Quantifizierung von Emissionen industrieller Gasfackeln

Laut einer kürzlich erschienen umfassenden Untersuchung der Rolle von Ruß (black carbon, BC) im Klimasystem der Erde hat Ruß in der Atmosphäre vermutlich den stärksten Klimaeffekt nach Kohlendioxid (Bond et al. JGR 2013). Industrielle Gasfackeln tragen etwa 3% zur globalen Rußemission bei. Allerdings dominieren die Rußemissionen in hohen nördlichen Breiten und sind im Jahresmittel für 42% der bodennahen atmosphärischen Rußpartikel nördlich von 66°N verantwortlich (Stohl et al. ACP 2013). Dies ist besonders relevant für die vergleichsweise schnelle Klimaänderung in der Arktis, weil die Deposition von Ruß die Albedo von Schnee und Eis verringert und zu einer positiven Rückkopplung führt. In einem vom Max Planck Institut für Chemie (MPIC) geführten Vorhaben erarbeiten MPIC und ZEBRIS eine Prozessierungskette zur globalen Abschätzung der Spurengas- und Partikelemissionen von Gasfackeln („gas flares") aus den Beobachtungen der Infrarotkameras auf den europäischen Sentinel-3 Satelliten und historischen Daten aus der ESA Envisat Mission. Dazu soll zunächst die Gasverbrennungsrate aus Beobachtungen der Infrarotkameras an Bord von Sentinel-3 und Envisat Instrumente mit Hilfe einer Kreuzkalibrierung mit Beobachtungen der deutschen Satelliten BIRD, TET-1 und BIROS bestimmt werden. Anschließend werden Emissionsfaktoren aus der Literatur angewendet. Die Emissionsberechnung baut auf dem Global Fire Assimilation System (GFAS) des Copernicus Atmosphärendienstes auf, in dem bislang Rauchemissionen von Vegetationsfeuern in Echtzeit berechnet werden. In diesem Vorhaben wird GFAS um Emissionen aus Gasfackeln erweitert.