FIRES: Marktstudie zu einer Satelliten-Konstellation zum Feuermonitoring

Wald- und Vegetationsbrände zerstören wertvolles Eigentum und verursachen wirtschaftliche Verluste nicht nur in Wäldern und Plantagen, sondern auch an Infrastruktur und Privatbesitz. Nach der FAO sind durchschnittlich 400 bis 500 Milliionen Hektar durch Vegetationsfeuer jedes Jahr betroffen. Dies schließt 43 Millionen Hektar geschlossenen Waldes mit ein. Das UN-Umwelt Programm schätzt, dass 40% der gesamten anthropogen verursachten CO2-Emissionen mit Waldbränden in Verbindung stehen.

In den letzten 15 Jahren haben Satellitensysteme zur Feuererkennung Daten zu Hochtemperaturereignissen (HTE) oder "Hotspots" bereitgestellt. Obwohl dieses Verfahren sehr hilfreich und weitverbreitet im Feuermonitoring ist, bieten diese Systeme nur sehr grob aufgelöste Daten und geben keinerlei quantitative Information zu den einzelnen Feuerereignissen. Keiner der gegenwärtig operationellen Satellitensensoren ist speziell für Feuermonitoring entwicklet worden.

Die Bi-spektral Infrared Detection (BIRD) Mission des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) war der erste für Feuerbeobachtung geeignete Satellit im Orbit. BIRD stellte Daten von Hochtemperaturereignissen mit mittleren bis hohen räumlichen Auflösungen weltweit bereit, die im Vergleich zu den bisher bestehenden Systemen eine weitaus bessere quantitative Analyse der Ergebnisse zuließen. Die Algorithmen zur Feuererkennung eignen sich, um sehr kleine Feuer zu erkennen und eine quantitative Beurteilung größerer Feuer vorzunehmen sowie einzelne Feuerfronten und Feuernester zu identifizieren.

2005 wurde ZEBRIS durch das DLR mit einer Marktuntersuchung zu einem Feuererkennungssystem (FIRES) auf Basis der bewährten BIRD-Technologie, beauftragt. FIRES würde zeitnahe und mittel bis hochaufgelöste Daten und quantitative Information zu Feuern weltweit bereitstellen. FIRES würde aus vier identischen Satelliten bestehen, die terrestrische Feuer erkennen, klassifizieren und georeferenzieren und diese in Echtzeit Waldbrand-Managern und zuständigen Behörden bereitstellen. Die durch die Feuersatelliten übertragenen Informationen zu Ort und Intensität des Feuers könnten Online auf mobilen Geräten und Handheld-Empfängern visualisiert werden.

Die Studie umfasste eine Übersicht des weltweiten Marktes sowie einen internationalen Expertenworkshop, um das Produktkonzept zu testen und die Ansprüche der Nutzer an ein solches System besser zu definieren.